Krieg in der Ukraine
Hilfe aus Europa für ukrainische Flugabwehr
Aktualisiert am 08.09.2026 – 19:06 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Ukraine erhält weitere Unterstützung von der EU. (Archivbild) (Quelle: Jens Büttner/dpa/dpa-bilder)
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Europa hat das lange Flehen aus Kiew erhört. Mit einer Ausnahmeregelung und weiteren 3,2 Milliarden Euro will die EU die Ukraine beim Schutz ihres Luftraums unterstützen.
Die Europäische Union hat auf die wochenlangen Bitten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach besserer Flugabwehr und dessen Hinweise auf leere Munitionslager reagiert. Brüssel will der Ukraine nun die Nutzung neuer Finanzhilfen für den Kauf US-amerikanischer Patriot-Flugabwehrraketen erlauben. Auch aus Deutschland und Großbritannien erhielt Kiew weitere Zusagen für seine Flugabwehr, um russische ballistische Raketen abwehren zu können.
Wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ankündigte, stimmten Mitgliedstaaten einer entsprechenden Ausnahmeregelung zu. Eigentlich sollen mit EU-Rüstungshilfen bevorzugt europäische Rüstungsgüter gekauft werden. Der Ukraine sollen den Angaben zufolge nun möglichst schnell weitere 3,2 Milliarden Euro ausgezahlt werden. Das Geld werde es dem Land ermöglichen, seinen Luftraum besser vor den wahllosen Angriffen Russlands zu schützen, schrieb sie in einer gemeinsam mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte veröffentlichten Erklärung.
Die Nato ist an dem Vorhaben über die sogenannte Purl-Initiative beteiligt. Diese sieht vor, dass in den USA hergestellte Rüstungsgüter für die Ukraine von den europäischen Verbündeten und Kanada finanziert werden. Das frische Geld wird konkret über das aktuelle EU-Unterstützungsdarlehen für die Ukraine bereitgestellt. Dieses sieht bis Ende 2027 Zahlungen in Höhe von bis zu 90 Milliarden Euro vor. Der formelle Auszahlungsbeschluss für die 3,2 Milliarden Euro soll nach Angaben aus der Kommission in den kommenden Tagen gefasst werden.
Pistorius kündigt Hilfe für Kiew an
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte der Ukraine zuvor weitere umfangreiche Waffenlieferungen zur Verteidigung gegen russische Angriffe zugesagt. Einschüchterungsversuche Russlands und hybride Angriffe würden weder bei der Ukraine noch bei Deutschland oder anderen Partnern funktionieren, sagte Pistorius bei einer Videokonferenz der Ukraine-Kontaktgruppe (UDCG).
Er habe beschlossen, dringend benötigte PAC-2-Abfangraketen aus Beständen der Bundeswehr an die Ukraine zu liefern, sagte Pistorius. Deutschland werde auch seine Lieferungen von Luft-Luft-Raketen aus Bundeswehrbeständen weiter verstärken. Die Ukraine werde zudem in Deutschland mehrere Tausend Iris-T-Lenkflugkörper bestellen, die aus dem EU-Ukraine-Verteidigungskredit finanziert werden.
Auch London hilft Kiew
Großbritannien will 100 Millionen Pfund in die Purl-Initiative einbringen, um die Lieferung von Munition für die ukrainischen Flugabwehrsysteme möglichst noch vor dem Winter zu ermöglichen. Dies kündigte der britische Verteidigungsminister Wes Streeting an, wie ukrainische Medien von der Tagung der Kontaktgruppe berichteten.
Selenskyj dankt
Der ukrainische Präsident Selenskyj dankte Deutschland und Großbritannien für deren Unterstützung. „Das sind genau die Entscheidungen, die den Frieden näher bringen: Wenn man die Fähigkeiten des Aggressors zu töten einschränkt“, schrieb Selenskyj auf X. An die Adresse Londons richtete Selenskyj Worte des Dankes und Lobs für die „unerschütterliche Unterstützung“.

