**Der Anstieg im Jahr 2025 vollzog sich bei Beleidigungen, aber auch physische Angriffe, Sachbeschädigungen und Massenzuschriften bleiben seit drei Jahren hoch. IKG-Chef Deutsch appelliert an Zivilcourage**
Ein Innovationszentrum in Wien, bei dem jüdische Personen arbeiten, wird mit “Free Palestine” beschmiert, mit Farbbeuteln beworfen, erhält mehrere Drohungen und schließlich wird ein Koffer vor dem Gebäude abgefackelt. Eine jüdische Familie aus verschiedenen europäischen Ländern besucht Wien und wird von einem Uber-Fahrer beschimpft, bis die Kinder schon weinen. Er lässt alle aussteigen und schlägt den Vater.
Eine Frau mit einer Davidstern-Kette und einem hebräischen Tattoo wird in der U-Bahn von Männern beobachtet, beim Aussteigen hart angerempelt und als “Judenschlampe” beschimpft. Der ideologische Hintergrund dieser Attacke blieb wie rund ein Viertel aller Vorfälle unklar. Das sind nur vier von insgesamt 1532 antisemitischen Vorfällen aus dem Jahr 2025, die bei der Antisemitismus-Meldestelle der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) eingegangen sind. Der Rest teilt sich zwischen links, rechts und muslimisch motivierten Antisemitismus auf. Wobei die linken Tathintergründe mit 28,3 Prozent vorn lagen, gefolgt von nicht zuordenbar (27,2), muslimischen (24,5) und rechten mit 20,1 Prozent.
**Nach dem 7. Oktober**
Insgesamt ist das eigentlich ein leichter Anstieg von nur zwölf Fällen im Vergleich zu 2024, so IKG-Generalsekretär Benjamin Nägele, bei der Präsentation des [aktuellen Berichtes der Meldestelle am Donnerstag](https://www.antisemitismus-meldestelle.at/berichte). Doch nach dem rasanten Anstieg nach dem 7. Oktober 2023 bleibe ein “Hochplateau”.
Der “antisemitische Tsunami” habe sich in eine “anhaltende Überflutung” verwandelt, sagt IKG-Präsident Oskar Deutsch. Im Schnitt sind es vier Fälle pro Tag und 30 pro Woche, rechnet Deutsch vor. Für Jüdinnen und Juden in Österreich bedeutet das laut dem Analyseteil des Berichts einen “Gewöhnungs- bzw. Abstumpfungseffekt” resultierend aus einem “erdrückendem Gefühl der Dauerbelastung bzw. gar eines Belagerungszustandes”.
In der Praxis versteckt man den Davidstern auf der Kette lieber unter der Bluse, tauscht die Kippa mit einer Baseballkappe oder meidet jüdische Institutionen.
**19 physische Angriffe**
Bei physischen Angriffen sind knapp mehr als die Hälfte muslimische Täter, gefolgt von ideologisch nicht zuordenbaren und dann zu gleichen Teilen rechte und linke Personen. Insgesamt waren es im Vorjahr 19 physische Angriffe, das sind fünf weniger als 2024. Bei den 205 gezielten Sachbeschädigungen geht fast die Hälfte auf das Konto von Linken, sehr oft sind es Graffiti. Den Rest teilen sich Rechte und Muslime fast zu gleichen Teilen auf. Auch hier gibt es einen leichten Rückgang, 2024 waren es 216 Sachbeschädigungen. Bedrohungen kommen fast zur Hälfte von muslimischer Seite. Deutlich führend sind Linke bei Massenzuschriften: 219 von 439 (2024: 616) kamen aus linken Federn, 114 hatten muslimischen Hintergrund, 68 kamen von Rechten und 38 waren nicht zuordenbar.
Der einzige Bereich mit einem Anstieg gegenüber 2024 war jener der Fälle von verletzendem Verhalten, also Beleidigungen. Diese stiegen von 2024 mit 626 Fällen auf 842 Fälle. Interessanterweise ist hier die größte Gruppe nicht ideologisch zuordenbar, gefolgt von muslimischen (231), rechten (184) und schließlich linken Fällen (116).
Ein deutlicher Ausreißer in der Statistik ist im Mai 2025 zu beobachten. Nach Aussagen des ehemaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer über die Gründe für Antisemitismus stiegen vor allem Zuschriften (auch an Oskar Deutsch) und antisemitische Postings rasant an.
**IHRA-Definition**
Dabei betont der Leiter der Meldestelle, Johannan Edelman, dass etwa zwanzig antisemitische Postings unter einem Artikel als nur eine Online-Meldung gezählt werden.
Auch Menschen, die von anderen “jüdisch gelesen werden”, so Nägele, etwa weil sie ein Buch mit Israel-Bezug lesen, wurden attackiert. Deutsch appellierte an die Bevölkerung: “Das Judentum gehört zu Österreich, helfen Sie, dass es so bleibt.” (Colette M. Schmidt, 23.4.2026)
Krass finde ich, dass laut Bericht der Großteil der antisemitischen Vorfälle mittlerweile aus dem linken und muslimischen Spektrum kommt.
Laut IHRA Definition gilt das als Antisemitismus:
“Drawing comparisons of contemporary Israeli policy to that of the Nazis.”
Sprich, wer Israel Genozid vorwirft, ist per dieser Definition ein Antisemit.
Sagt, was ihr wollt, aber der Judenhass, der seit dem 7. Oktober durch die Welt geht (und ironischerweise von Pseudo-Linken getragen wird) hätte die Nazis stolz gemacht.
Wir müssen uns echt schämen als Gesellschaft, dass Jüd_innen sich so unsicher fühlen in Europa wie seit 1945 nicht mehr.
Liebs, wie man sofort Downvotes kassiert, sobald man hier über Judenhass spricht.
Nazis beim Antisemitismus zu überholen ist echt eine Leistung als „Linke“…
Tja lest mal im Standard das Forum oder den TIcker, da erblasst so mancher Rechter und kommt ins stottern. Wird dort geduldet und von der Moderation sogar gefördert (die fleißig mitpostet).
Und genau in diesem Moment begehen die Juden bzw. Israelis mit Beihilfe der USA Völkermord, oder eigentlich Völkermorde, also etwas das ihnen selbst vor Pi mal Daumen 80 Jahren angetan wurde und wofür bis heute Generationen von Deutschen und Österreichern büßen müssen, obwohl mittlerweile vermutlich alle Täter und Menschen, die zu dieser Zeit gelebt haben, gestorben sind.
Bin gespannt, ob die Völkermörder der heutigen Zeit, deren Kinder und Kindeskinder genauso lange büßen müssen wie wir.
Ich find es verwerflich, dass direkte Beleidigungen (Judenschlampe etc.) an Jud_Innen und als jüdisch gelesene Personen in diesem Bericht gleichgestellt werden mit “Israel begeht einen Völkermord nach dem Vorbild des Holocausts.”
Eines davon zielt zu 100% auf die Religion/Abstammung ab, das andere bezieht sich auf einen Staat, der immer wieder – unter anderem von der IKG – mit allen Jud_Innen gleichgestellt wird.
Israel steht nicht für alle jüdischen Personen und umgekehrt. Und die Verwebung des Judentums mit einem Staat wird hier auch klar instrumentalisiert um Kritik am Staat Israel zu verhindern.
Und jede “linke” Person, die sich antisemitischer Phrasen und Gedankengut bedient um ihren Frust an Israel und den Genozid in Gaza laut zu machen, gehört klar verurteilt.
Israel ist nicht das Judentum und das Judentum nicht Israel. Und solange diese beiden Dinge (bewusst) miteinander gleichgesetzt werden, wird man leicht auf “Die Linken” zeigen können, wenn diese sich über den Staat aufregen.
Mich würde es nicht wundern, wenn die Aussagen unseres Ex-Präsidenten nicht auch in diese Statistik fallen würden. Denunziert hat in die IKG ja damals…
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**Der Anstieg im Jahr 2025 vollzog sich bei Beleidigungen, aber auch physische Angriffe, Sachbeschädigungen und Massenzuschriften bleiben seit drei Jahren hoch. IKG-Chef Deutsch appelliert an Zivilcourage**
Ein Innovationszentrum in Wien, bei dem jüdische Personen arbeiten, wird mit “Free Palestine” beschmiert, mit Farbbeuteln beworfen, erhält mehrere Drohungen und schließlich wird ein Koffer vor dem Gebäude abgefackelt. Eine jüdische Familie aus verschiedenen europäischen Ländern besucht Wien und wird von einem Uber-Fahrer beschimpft, bis die Kinder schon weinen. Er lässt alle aussteigen und schlägt den Vater.
Eine Frau mit einer Davidstern-Kette und einem hebräischen Tattoo wird in der U-Bahn von Männern beobachtet, beim Aussteigen hart angerempelt und als “Judenschlampe” beschimpft. Der ideologische Hintergrund dieser Attacke blieb wie rund ein Viertel aller Vorfälle unklar. Das sind nur vier von insgesamt 1532 antisemitischen Vorfällen aus dem Jahr 2025, die bei der Antisemitismus-Meldestelle der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) eingegangen sind. Der Rest teilt sich zwischen links, rechts und muslimisch motivierten Antisemitismus auf. Wobei die linken Tathintergründe mit 28,3 Prozent vorn lagen, gefolgt von nicht zuordenbar (27,2), muslimischen (24,5) und rechten mit 20,1 Prozent.
**Nach dem 7. Oktober**
Insgesamt ist das eigentlich ein leichter Anstieg von nur zwölf Fällen im Vergleich zu 2024, so IKG-Generalsekretär Benjamin Nägele, bei der Präsentation des [aktuellen Berichtes der Meldestelle am Donnerstag](https://www.antisemitismus-meldestelle.at/berichte). Doch nach dem rasanten Anstieg nach dem 7. Oktober 2023 bleibe ein “Hochplateau”.
Der “antisemitische Tsunami” habe sich in eine “anhaltende Überflutung” verwandelt, sagt IKG-Präsident Oskar Deutsch. Im Schnitt sind es vier Fälle pro Tag und 30 pro Woche, rechnet Deutsch vor. Für Jüdinnen und Juden in Österreich bedeutet das laut dem Analyseteil des Berichts einen “Gewöhnungs- bzw. Abstumpfungseffekt” resultierend aus einem “erdrückendem Gefühl der Dauerbelastung bzw. gar eines Belagerungszustandes”.
In der Praxis versteckt man den Davidstern auf der Kette lieber unter der Bluse, tauscht die Kippa mit einer Baseballkappe oder meidet jüdische Institutionen.
**19 physische Angriffe**
Bei physischen Angriffen sind knapp mehr als die Hälfte muslimische Täter, gefolgt von ideologisch nicht zuordenbaren und dann zu gleichen Teilen rechte und linke Personen. Insgesamt waren es im Vorjahr 19 physische Angriffe, das sind fünf weniger als 2024. Bei den 205 gezielten Sachbeschädigungen geht fast die Hälfte auf das Konto von Linken, sehr oft sind es Graffiti. Den Rest teilen sich Rechte und Muslime fast zu gleichen Teilen auf. Auch hier gibt es einen leichten Rückgang, 2024 waren es 216 Sachbeschädigungen. Bedrohungen kommen fast zur Hälfte von muslimischer Seite. Deutlich führend sind Linke bei Massenzuschriften: 219 von 439 (2024: 616) kamen aus linken Federn, 114 hatten muslimischen Hintergrund, 68 kamen von Rechten und 38 waren nicht zuordenbar.
Der einzige Bereich mit einem Anstieg gegenüber 2024 war jener der Fälle von verletzendem Verhalten, also Beleidigungen. Diese stiegen von 2024 mit 626 Fällen auf 842 Fälle. Interessanterweise ist hier die größte Gruppe nicht ideologisch zuordenbar, gefolgt von muslimischen (231), rechten (184) und schließlich linken Fällen (116).
Ein deutlicher Ausreißer in der Statistik ist im Mai 2025 zu beobachten. Nach Aussagen des ehemaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer über die Gründe für Antisemitismus stiegen vor allem Zuschriften (auch an Oskar Deutsch) und antisemitische Postings rasant an.
**IHRA-Definition**
Dabei betont der Leiter der Meldestelle, Johannan Edelman, dass etwa zwanzig antisemitische Postings unter einem Artikel als nur eine Online-Meldung gezählt werden.
Die Meldestelle hält sich bei der Unterscheidung von Israel-Kritik und Antisemitismus an die [IHRA-Definition von Antisemitismus.](https://www.derstandard.at/story/3000000301010/bondi-beach-zeigt-wo-antisemitismus-endet-wo-er-beginnt-bleibt-umstritten) Die Gleichsetzung des NS-Regimes mit Israel oder Hitler und Netanjahu hat 2025 mehrmals wegen Holocaust-Verharmlosung gegen das Verbotsgesetz verstoßen.
Auch Menschen, die von anderen “jüdisch gelesen werden”, so Nägele, etwa weil sie ein Buch mit Israel-Bezug lesen, wurden attackiert. Deutsch appellierte an die Bevölkerung: “Das Judentum gehört zu Österreich, helfen Sie, dass es so bleibt.” (Colette M. Schmidt, 23.4.2026)
https://preview.redd.it/rswj4hdsjzwg1.png?width=1056&format=png&auto=webp&s=f9ede1b25668d34eaa42a7e2169d2c17292911e9
Krass finde ich, dass laut Bericht der Großteil der antisemitischen Vorfälle mittlerweile aus dem linken und muslimischen Spektrum kommt.
Laut IHRA Definition gilt das als Antisemitismus:
“Drawing comparisons of contemporary Israeli policy to that of the Nazis.”
Sprich, wer Israel Genozid vorwirft, ist per dieser Definition ein Antisemit.
Sagt, was ihr wollt, aber der Judenhass, der seit dem 7. Oktober durch die Welt geht (und ironischerweise von Pseudo-Linken getragen wird) hätte die Nazis stolz gemacht.
Wir müssen uns echt schämen als Gesellschaft, dass Jüd_innen sich so unsicher fühlen in Europa wie seit 1945 nicht mehr.
Liebs, wie man sofort Downvotes kassiert, sobald man hier über Judenhass spricht.
Nazis beim Antisemitismus zu überholen ist echt eine Leistung als „Linke“…
Tja lest mal im Standard das Forum oder den TIcker, da erblasst so mancher Rechter und kommt ins stottern. Wird dort geduldet und von der Moderation sogar gefördert (die fleißig mitpostet).
Und genau in diesem Moment begehen die Juden bzw. Israelis mit Beihilfe der USA Völkermord, oder eigentlich Völkermorde, also etwas das ihnen selbst vor Pi mal Daumen 80 Jahren angetan wurde und wofür bis heute Generationen von Deutschen und Österreichern büßen müssen, obwohl mittlerweile vermutlich alle Täter und Menschen, die zu dieser Zeit gelebt haben, gestorben sind.
Bin gespannt, ob die Völkermörder der heutigen Zeit, deren Kinder und Kindeskinder genauso lange büßen müssen wie wir.
Ich find es verwerflich, dass direkte Beleidigungen (Judenschlampe etc.) an Jud_Innen und als jüdisch gelesene Personen in diesem Bericht gleichgestellt werden mit “Israel begeht einen Völkermord nach dem Vorbild des Holocausts.”
Eines davon zielt zu 100% auf die Religion/Abstammung ab, das andere bezieht sich auf einen Staat, der immer wieder – unter anderem von der IKG – mit allen Jud_Innen gleichgestellt wird.
Israel steht nicht für alle jüdischen Personen und umgekehrt. Und die Verwebung des Judentums mit einem Staat wird hier auch klar instrumentalisiert um Kritik am Staat Israel zu verhindern.
Und jede “linke” Person, die sich antisemitischer Phrasen und Gedankengut bedient um ihren Frust an Israel und den Genozid in Gaza laut zu machen, gehört klar verurteilt.
Israel ist nicht das Judentum und das Judentum nicht Israel. Und solange diese beiden Dinge (bewusst) miteinander gleichgesetzt werden, wird man leicht auf “Die Linken” zeigen können, wenn diese sich über den Staat aufregen.
Mich würde es nicht wundern, wenn die Aussagen unseres Ex-Präsidenten nicht auch in diese Statistik fallen würden. Denunziert hat in die IKG ja damals…