Ich habe nun einige Tage sinniert und mir dieses Interview von Herrn Steger bei Martin Thür in der ZIB 2 durch den Kopf gehen lassen. Eines muss ich sagen, in diesem Land wird hauptsächlich Klientelpolitik für Boomer betrieben.

Warum ich das sage? Wie Herr Steger auch gemeint hat, es muss schmerzhaft sein damit wir endlich vorankommen. Aber wenn ich mir ansehe wie schwer sich junge Menschen heutzutage mit Jobsuche, Vermögensaufbau oder Eigenheim tun, dann bin ich am Ende nicht überrascht, dass es viele gibt die einfach nur mehr resignieren. Besonders die Boomer-Generation, welche gerne den Jüngeren erzählt wie schwer sie nicht gearbeitet haben (streitet keiner ab) und dass wir einfach nur mehr Fleiß an den Tag legen sollen und nicht Avocado-Toast und iPhones kaufen sollen, will vieles nicht verstehen.

Heute ist die Realität vieler diese:

– Produktivität gestiegen, Löhne nicht –> Reallohnverlust

– Man muss gegen die gesamte Weltwirtschaft ankämpfen –> Globalisierung (morgen kann dein Job in Asien sein)

– Immobilienpreise sind explodiert, Löhne nicht –> kaum Chance auf Eigentum

– Multiple Krisen seit 2019

– etc.

Währenddessen haben viele Boomer mit einem Gehalt ein Haus mit Auto, Frau zu Hause bei den Kindern und Urlaub gehabt. Ich streite niemanden ab, dass es nicht einfach war und viel an Eigenleistung sicherlich im Bau des Hauses geflossen ist. Jedoch kann man heutzutage, wenn Beide arbeiten müssen, kaum auf der Baustelle sein und selbst viel Hand anlegen (es sei denn man möchte ein wandelnder Zombie sein).

Kommt es nur mir so vor, oder ist Österreich hier wirklich Spitzenreiter es einem nicht leicht zu machen, sofern man nicht erbt oder Boomer ist?

Rant-Related:
https://www.statista.com/statistics/1376620/wealth-distribution-for-the-us/

Link zum Interview:

https://on.orf.at/video/14320551/16077789/steger-brauchen-perspektivenwechsel




Adin1708

14 comments
  1. Nennt mich wieder antidemokratisch oder asozial, aber ich stehe dazu: Pensionistenwahlrecht einschränken

  2. Und jetzt tauschen sie ihre Heizungen mit Förderungen, klatschen sich eine PV aufs Dach mit Förderungen, kaufen sich ein EAuto und tanken gratis Dank PV. Ich gönn es eh jedem und natürlich nutzt man aus was man kann aber der Unterschied zwischen EFH Besitzer und Wohnungsbewohner wird immer größer….

  3. mE das wesentliche Problem:
    – Personen werden älter, somit wird der Vermögensübertrag häufig erst in hohem Alter stattfinden wo die Erben wiederum auch schon in einem hohen Alter sind. Diese sind nicht mehr auf die Vermögenswerte angewiesen deshalb fließt das Geld auch meist nicht mehr in die Wirtschaft. Das ist ein Kreislauf der unterbrochen werden muss, die Schere geht sonst weiter auf und die Wirtschaft sieht nichts davon.
    Ich bin für eine Erbschaftssteuer mit einem Freibetrag. Wenn sie das Vermögen früher an die Erben verschenken ist ja gut – dann wird vermutlich das Geld benutzt um etwas zu schaffen.

  4. Gerontokratie. Loacker hat euch alle gewarnt und er wurde damals nur schlecht geredet.

    Jetzt wo wir alle um das wenige Kapital kämpfen, stimmen wir ihm zu. In den Jahren von Rausch und Brausch aber nicht.

    Ich kauf keiner Partei (außer Neos) oder Journalisten ab jetzt plötzlich es verstanden zu haben. In 2 Jahren werden Pensionisten wieder weit über Inflation bekommen. Mein Call, quote me, SPÖVP brechen dann auch diese Versprechen

  5. Wir haben auch ein Pensionisten Problem. Wie ein Open air Altersheim

  6. In 20-30 jahren sind die Boomer dann nicht nur in der Pension sondern vermutlich auch 50% davon Pflegefälle. Und in 25 jahren wird dann die. Bundesregierung sagen: „Ups wir haben jetzt ja viele Pflegefälle unser System steht kurz vor dem Kollaps, wie konnte das nur passieren???“
    Darauf würde ich wetten dass das so kommen wird, die Politiker können gefühlt nur maximal 5 Jahre in die Zukunft denken, uns gehlt es an Leuten mit einer echten Vision für das Land

  7. Ich kenne leider auch keine echte Lösung für das zunehmende Problem. Die Pensionisten sind leider die größte Wählergruppe. Ihnen das Wahlrecht nehmen ist auch nicht fair.

    Ein Lösungsansatz wäre die Einführung eines altersgewichteten Wahlrechts. Durch eine stärkere Gewichtung jüngerer Stimmen ließe sich das demografische Übergewicht der älteren Generationen kompensieren und eine generationengerechtere Repräsentation sicherstellen.

    Es bräuchte mal wieder mehr Mut in der Politik für Veränderungen. Wir können nicht ewig so weitermachen

  8. Zuerst so gut es geht die Ressourcen der Erde verbrauchen, dann nichts auf die Seite legen und sich später beschweren, dass die Pensionen zu gering sind und über die arbeitsfaule Jugend zu schimpfen. Das muss das sein, was die Generation Boomer (und die davor) als Humor verstehen.

  9. wennst mehr als die mindestgrenze als pension bekommst ja.

  10. Boomer bashing die 1038ste. Euer Gejammer ist wertlos. Heute wollen alle Teilzeit arbeiten, 4x/Woche auswärts essen & 3 Urlaube / Jahr sind Pflicht. Dann wundert ihr euch? Vielleicht mal aus eurer Social Media Blase heraustreten & den Lebnsstandard anpassen.

  11. Im Endeffekt sind die jüngeren Generationen da halt auch selber schuld.

    Wir sind eine extrem un-meritokratische Gesellschaft. Reichtum/Gesellschaftliche Stellung soll durch Erbe und Besitz bestimmt werden. Nicht umsonst wird Arbeit extrem hoch besteuert, Erbe und Besitz aber quasi gar nicht.

    Selbstverständlich bevorzugt dass die Bevölkerungsgruppe, die bereits geerbt hat, aber noch nichts weitergeben musste.

    Könnte man sich jetzt beschweren, tatsächlich schauts bei der jüngeren Generation aber nicht anders aus. Ich mein, gib dir mal die Diskussion über Erbschaftssteuern hier im Sub. Unsere Generation will das genauso, sind nur frustriert dass sie halt (teilweise) noch nicht am Zug sind.

  12. Habe 10 Jahre in Deutschland gelebt, dort ist es genau so. Die Mehrheit der Gesellschaft ist alt und die machen Politik für Alte. Das ist nicht überraschend.

  13. Ich (Gen Z) war letztens mit meiner Mama (Gen X) bei meiner Oma (Baby Boomer). Meine Mama meinte dann, dass bei deren Schicht keine Verspätung (also auch keine Minute oder so) mehr geduldet wird, nach 3 Verspätungen in einem Monat gibts eine Abmahnung und nach 9. die Kündigung. Ich meinte darauf, dass das ja noch sehr human ist und mMn normal (arbeite seit ca 10 Jahren inkl. Lehre). Meine Oma meinte darauf, dass das definitiv nicht normal sei und wenn sie mal ne Stunde zu spät war, dann war das halt so. Mehr muss man glaube ich nicht darauf sagen.😅

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